Freitag 23. September 2011
Pünktlich zur diesjährigen Weinlese startete unsere Weingruppe ins schöne sächsische Weinland mit Ziel Dresden. Der noch trübe Himmel ließ uns die Laune nicht vermiesen. Mit mehreren Vans ging es am Vormittag über die Autobahn Richtung Osten. Wie erwartet brach sich die Sonne nach dem Rennsteig den Weg durch die Wolken und bei strahlend blauem Himmel erreichten wir diese wunderbare Elbresidenz. Im turbulenten Stadtviertel Dresden Neustadt hatten wir unsere Quartiere, das lustige Themenhostel "LaLeLu" und das mexikanische Hotel "Mezcalero". Kein großer Luxus, aber sauber und vor allem zentral gelegen. Wir kamen sowieso nur für wenige Schlafstunden hierher.
Das Wetter verlockte dann zum Spaziergang zur ersten Weinprobe in Pfunds Molkerei. Dieser touristenüberflutete Milchladen protzt mit seiner Ausstattung von Villeroy und Boch. Für uns waren bereits Weine von Prinz zur Lippe in Proschwitz und Vincent Richter in Meißen vorbereitet sowie eine köstliche Auswahl hochwertiger Käsesorten. So läßt man es sich gefallen...
Für den Abend war dann der anspruchsvolle kulturelle Teil vorgesehen. In der überwältigenden Frauenkirche hörten wir ein Konzert für Pauken, Trompeten und Orgel mit Werken von Händel, Bach, Telemann u.a. Die perfekte Arkustik wurde von den Musikern dadurch hervorgehoben, daß sie auf verschiedenen Ebenen die Instrumente erklingen ließen. Ein Besuch hier sollte für jeden ein Muss sein.
Zwar mitten im Kneipen- und Szeneviertel wohnend, schafften wir es am Abend doch nur in die Bar direkt vor der Haustür zum Absacker. Rund um die Uhr geöffnet und super fähiges und flottes Personal - Hut ab!
Nach stärkendem Frühstück stand nun Bewegung auf dem Plan. Mit der Straßenbahn "acht" (nicht die "sieben") erreichten wir in wenigen Minuten den Theaterplatz. Am noblen Taschenbergpalais empfing uns der Stadtführer und über holprige Pflastersteine stolperten wir durch die Altstadt - Zwinger, Schloß, Brühlsche Terrasse, Münzgasse zm Neumarkt mit der Frauenkirche. Es war ein kurzer aber langatmiger Weg mit viel vermittelten Informationen. Das sommerliche Wetter lockte leider Menschenmassen in die Stadt und auf die Plätze.
Dem Thema der Reise gerecht werdend folgte nun endlich wieder eine Weinprobe im schönen "Italienischen Dörfchen" vis-a-vis der Semperoper. Die stilvoll gedeckte Tafel im "Café" versprach Einiges. Grauburgunder von Prinz zur Lippe, Spätburgunder vom Weingut Matyas und ein wirklich guter (und hochpreislagiger) Dornfelder begleiteten die frisch zubereiteten Speisen aus Sachsens Küche. Sehr lecker.
Den Nachmittag galt es nun individuell zu gestalten. Während die Einen nochmals die Frauenkirche hinauf kletterten, zogen es andere vor, durch die Geschäfte zu schlendern oder einfach im Sonnenschein spazieren zu gehen.
Am Abend trafen wir uns dann am Elbufer zu einer Schifffahrtr mit Dixilandmusik. Auch hier eröffnete den Abend eine Weinprobe mit Müller-Thurgau und Bacchus, Silvaner und Riesling. Durch die fortgeschrittene Jahreszeit wurde es leider ziemlich zeitig dunkel. So konnte man vom Inneren des Schiffes aus nur wenig von der wunderschönen Landschaft erkennen. Bereits nach der Waldschlößchenbrücke versank alles in der Dämmerung, jedoch wunderbar erleuchtete Villen und Schlößchen entlang der Elbe deuteten auf Pracht und Luxus in Vergangenheit und Gegenwart. Entlang der Reling konnte man das gesamte Schiff umrunden und hatte so einen schönen Ausblick. Von Schloß Pillnitz war später lediglich die großzügige und hell erleuchtete Terrasse in die Elbe erkennbar.
Auch dieser Abend endete beim Absacker in "unserer" Bar.
Auf zum Weintourfinale rief nun am Sonntag Schloß Wackerbarth. Bei Kaiserwetter erreichten wir dieses Erlebnisweingut. Die imposanten Anlagen ziehen nicht nur an sonnigen Tagen unzählige Besucher an. So war es ein schöner Zufall, daß zeitgleich eine Präsentation von Luxuskarossen vor allem der Marke HORCH hier stattfand. Zunächst führte uns der Chefverkoster Herr Scheerbaum durch Rebstöcke, von denen man gerade reife Rieslingtrauben naschen konnte, dann durch die hochmodernen Produktionshallen in die Lagerkeller. Nicht ohne Grund nennt man diesen Bereich "Manufaktur". Nach dieser sehr imageträchtigen und marketingorientierten Führung ( wirklich beeindruckend ) erreichten wir nun den qualitativen Wein- bzw. Sekthöhepunkt der Weinreise. Der lebendige 2010er Kerner stimmte zunächst ein, ein 2009er Riesling Spätlese trocken aus der 0,5 l-Flasche ließ schon die Zungen schnalzen, getoppt wurde dies dann mit einem 2005er Scheurebe-Sekt trocken. Der ist etwas für den Bauchnabel....! Auf dieses Weinniveau gebracht, waren wir nun in richtiger Stimmung für die Oldtimer-Schau - hier bewegt man sich auf gleicher Ebene. Schick! Auf Hochglanz polierte Chromverkleidungen, Edelholz verzierte Armaturen, feinste Ledersitze. Daneben charismatische Herren und gut aussehende Damen bei einem Gläschen Riesling oder elegantem Sekt an kleinen Tischen im Grünen.
Doch jede Reise findet irgendwann ihr Ende. So brachen auch wir am Nachmittag wieder gen Heimat auf mit neuen vinophilen Erlebnissen aus dem kleinsten Weinanbaugebiet Deutschlands.








































