Weinreise Herbst 2009 Champagne
Freitag 16. Oktober 2009 ...
...8.00 Uhr morgens und eine Gruppe erwartungsvoller Weinfreunde sitzen in den Startlöchern zur Herbstweintour, diesmal nach Frankreich. Leichtes Schneetreiben bei der Abfahrt läßt die Überlegung zu, ob die Koffer richtig bestückt wurden!? Über die Autobahnen ging es unter wolkenverhangenem Himmel mit Regen und Nebel Richtung Champagne. Kaum die Ardennen vor uns, bricht auch die Wolkendecke auf und die Sonne lacht uns willkommen entgegen. Das ist ein Empfang! Dies sollte noch mit dem ersten Champagnerhaus in Bouzy, Champagne Bernard Tornay getoppt werden. Die neuen Gebäude vor uns täuschten zunächst über die hier gelebte Tradition. Herzliche Begrüßung durch Senior- und Juniorchef(in) und sogleich ging es in die "heiligen Hallen". Nach dem Einstiegschampagner und kurzen Informationen zu Familie und Betrieb führten uns drei Generationen der Tornays durch Keller, entlang flaschengefüllter Pupitre zu den modernen Produktionshallen. Das fachliche Interesse unserer Gruppe spornte wohl die Gastgeber an. Nachdem wir wieder zurück im sehr schicken Empfangsraum waren, konnten wir nicht nur Roséchampagner probieren, sondern es führte zu einer spannenden Degustation der Prestigecuvee "Palais des Dames" in verschiedenen Gläsern...das war ein toller Auftakt dieser Weinreise, den einige auch nutzten, ein paar edle Tropfen mit nach Hause zu nehmen. Inzwischen hungrig und auch etwas müde fuhren wir nach Reims in unser Hotel "Premiere Classe". Leider durften wir den Namen nicht wörtlich nehmen!!! Im Steakhaus vis-a-vis des Hotels nahm der Tag einen angenehmen Ausklang.
Samstag 17.Oktober 2009
Nach einem typisch französischem Frühstück brachen wir ins Zentrum von Reims auf. Bei eisigen Temperaturen waren wir froh, daß uns unsere Stadtführerin gleich in die berühmte Kathedrale führte. Internationale Touristenmassen eroberten schon am Vormittag dieses imposante Bauwerk und wir konnten unsere Geschichtskenntnisse unter Beweis stellen. Naja, da waren wir früher oft "Kreide holen". Wirklich beeindruckend!!! Ein kurzer Schneeschauer veranlaßte zu einer wärmenden Pause in einem Bistro bei Café au lait oder Champagner (ist ja hier normal). Viel Spaß hatten wir während des Stadtspaziergangs, wie auf den Bildern zu sehen ist. Bei blauem Himmel und Sonnenschein lassen sich auch die winterlichen Temperaturen ertragen.Und schon ging es zum nächsten Programmpunkt des Tages - Champagne Pommery. Nicht erst seit der Übernahme durch die Vranken-Gruppe hat das Gebäude den Namen "Chateau" verdient. Die großzügige Auffahrt lädt direkt zum Betreten des Schlosses. Und hier zeigte sich auch gleich, warum man bei der Buchung von geführten Verkostungen nicht am Preis sparen sollte - dies als Tipp an zukünftige Besucher! Die riesige Empfangshalle war am späten Nachmittag noch mit Besuchern in großen Gruppen überfüllt. An den Tresen und in der Boutique drängten sich sehr viele Menschen. Florence, deutschstämmige Französin, nahm uns unter ihre Fittiche und so bekamen wir eine sehr elitäre Führung durch die zum Teil 30 Meter hohen Kellergänge tief unter der Erde. Es gab ausreichend Gelegenheit für intensive fachliche Gespräche, was die junge Frau sehr kompetent und versiert vermittelte. Die Krönung war dann die Verkostung in den Privatsalons des Chateaus. Holzgetäfelte Wände und Decken, antikes Interieur, geschichtsträchtige Gemälde und einige Prestigecuvees aus dem Hause Pommery.Da konnte man schon mal ins Schwärmen kommen. So verließen wir auch als fast letzte Gäste an diesem Tag das Gebäude.
Da auch an diesem Abend die Restaurantreservierung durch das Hotel nicht ganz funktioniert hatte, machten wir uns auf den Weg und landeten, ganz landesuntypisch, in einem chinesischen Restaurant. Das sollte sich als sehr angenehm erweisen. Geschätzte 150 Plätze waren bis in die letzte Ecke belegt. Trotzdem kamen sofort zwei nette Serviceleute auf uns zu und binnen weniger Minuten hatten wir mit acht Personen einen guten Tisch direkt an der Basis. Das sehr üppig bestückte Buffet bestand zum großen Teil aus ganz frischen, zum großen Teil rohen Zutaten, die man dann unmittelbar zubereitet bekam. Es fehlte an nichts, von asiatischen scharfen Suppen über mageres Fleisch zu Fischfilet und Meeresfrüchten, natürlich viel knackiges Gemüse und köstliche Beilagen. Für die Naschkatzen diverse Desserts, Eis und Früchte - ganz große Klasse. Gut gesättigt spazierten wir dann bei eisigen Temperaturen zurück zum Hotel, denn der nächste Tag hielt noch ein paar Highlights bereit, von denen wir bis dato noch nichts wußten...
Sonntag, 18. Oktober 2009
Ausgeschlafen und französisch befrühstückt packten wir die Sachen in die Autos und machten uns auf den Weg nach Epernay. Der blaue Himmel entschädigte für die winterliche Atmosphäre. Durch verschlafene kleine Dörfer, malerisch umrahmt von Weinfeldern erreichten wir das Städtchen. Das morgentliche Ziel hieß "Champagne Mercier". Der großzügige Parkplatz vor den modernen Gebäuden ließ großes Publikuminteresse erwarten. Auch hier in der Empfangshalle ein Riesenfass, nette Hostessen und viel Information über die Ursprünge des Champagnerhauses. Die englischsprachige Führung speziell für unsere Gruppe wurde von einer jungen Schokolady geleitet. Die Fahrt mittels Lift ging drei Etagen in den Keller. Hier spürt man sofort, wer zur Hauptzielgruppe dieses Hauses gehört - alles etwas kitschig mit Wachsfiguren entlang des Liftschachtes. So war auch nicht verwunderlich, daß ein kleiner Zug durch die endlosen Keller fuhr. Die schlechte Akkustik verhinderte die Verständigung mit unserer Hostess - schade. Trotzdem waren auch hier die Mengen an leeren und gefüllten Flaschen in langen Gängen imposant. In die Wände gearbeitete Fresken werteten künstlerisch auf. Wieder in der Lobby angelangt hatte man bereits eine Verkostung von Rosé- Champagner vorbereitet. Nun, inzwischen waren wir ja nach einigen Verkostungen schon qualitätsverwöhnt.
Hinaus in die Sonne und gleich auch auf den Weg zu unserer letzten Station, die sich als Finale herausstellen sollte. Nach wenigen Metern schritten wir durch ein schmiedeeisernes Tor - vor uns lag ein elegantes kleines Schlößchen mit vier Türmen, daneben die Wirtschaftsgebäude, ein Hubschrauberlandeplatz, alles sehr gut gepflegt und einladend : Champagne Comtesse Lafond . Nach kurzer Begrüßung erfuhren wir Wissenwertes über Haus und den Besitzer Patrick Ladoucette und durften aus den verlockenden Offerten verschiedene Champagner zur Verkostung aussuchen. Diese finessenreichen Tröpfchen brachten alle in Hochstimmung geprägt von Eleganz und Noblesse.
Inzwischen fing auch der Magen an zu knurren. Auf entsprechende Empfehlung avisierten wir das traditionelle Restaurant "Chez Max", das um diese Zeit (ca.13.00 Uhr) gerade begann, aus allen Nähten zu platzen. Wenn man sich an französische Filme der siebziger Jahre erinnert, fühlt man sich dahin versetzt. Ein familiär geführtes Lokal, in dem nicht nur die meisten Gäste "Inventar" zu sein schienen. Daß man konsequent und selbstbewußt nur französisch sprach, nahm nichts von der Sympathie und vom Spaß. Unaufdringlicher Service ohne überflüssigen Schnickschnack - preisgekrönte Küchenqualität vom Amuse gueulle, Fisch, Fleisch, über Käse zum Dessert, ein köstlicher Chablis von Drouhin und... nicht zu toppender Abschluß unserer Herbstweinreise 2009. Jedes weitere Wort ist überflüssig! Dank an alle Teilnehmer und bis zur nächsten Tour mit vinophilen Grüßen


































