Freitag
Die diesjährige Frühjahrsweintour führte uns ins schöne Breisach im Breisgau. Wie inszwischen üblich sammelten wir uns in der Eleonore zum Frühstück, um dann bei noch wolkigem Himmel auf die Autobahn zu fahren Richtung Südwesten. Nach entspannter Fahrt mit kurzer Kaffeepause kamen wir bei strahlend blauem Himmel im schönen Breisach an. Durch enge Gassen jonglierte unser Spitzenchauffeur den Bus hinauf zum Schloßberg ins Hotel "Kapuzinergarten". Und das war bereits das erste Highlight : es eröffnete sich uns vom Hotel aus eine traumhafte Aussicht über die Stadt in einer Richtung zum Kaiserstuhl und auf der anderen Seite über den Rhein ins nahe gelegene Frankreich.Das Hotel, welches sich durch die Hanglage über neun Etagen erstreckt, vermittelt Gemütlichkeit und Wohlbehagen
Die erste Weinstation, der Badische Winzerkeller, erwartete nun unseren Besuch. Leichten Fußes spazierten wir den Berg hinunter entlang an Wiesen und Feldern zu einer der größten Winzergenossenschaften der Welt (!!!). Man begrüßte uns mit einem köstlichen Weißburgundersekt und sogleich ging es in die "heiligen Hallen". Dieser Weinbaubetrieb hat wahrlich gigantische Ausmaße mit zum Teil Tanks mit 240.000 Litern Fassungsvermögen. Mit dem Bähnle fuhren wir Kilometer entlang flaschenüberladener Kellergänge. Nun - verdursten wird man hier sicher nicht. Sehr beeindruckend die riesige Abfüllanlage, an welcher gerade ein Großauftrag für eine bekannte Discounterkette lief. Das nachmittägliche Finale waren dann Spätburgunder und Gewürztraminer zum Verproben. Die doch ziemlich ausführliche Führung ließ die Zeit etwas knapp werden, schließlich gab es ja den kulturellen Höhepunkt am Abend im Schloß Rimsingen...
Atemlos nach Erklettern des Schloßberges zum Hotel machten wir uns dann frisch und schick für das Kabarett. Ein Taxi brachte uns gegen 19.00 Uhr in das kleine Schlößchen im Ortsteil Oberrimsingen. Es blieb uns Zeit zur kurzen Stärkung mit Omega 3 und Proteinen und natürlich badischem Wein. Was dann folgte, war ein Feuerwerk an Pointen und ein nicht enden wollender Angriff auf unsere Lachmuskeln beim Programm von und mit Murat Topal auf der Kleinkunstbühne. 2 1/2 Stunden wahres Leben auf die Bühne gebracht.
Den Ausklang fanden wir dann in der Breisacher Altstadt in einem urigen Kneipchen bei regionalen Gerichten und ...ganz klar - badischem Wein. Mit einer inzwischen großen Auswahl an Weiß-, Grau- und Spätburgundern genossen wir den nächtlichen Spaziergang hinauf zum Hotel, wo ein spritziges Glas Sekt für die Bettschwere sorgte.
Samstag Morgen blinzelte uns die Sonne wach und am üppigen Frühstücksbuffet fanden wir Stärkung für den Tag. Erster Anlaufpunkt war die Geldermann Sektkellerei. Auf dem Weg besichtigten wir Teile der Altstadt wie den Radbrunnenturm, das Münster, durchwanderten die Rebanlagen rund um den Eckardtsberg, über den Markt mit Europabrunnen zur Kellerei. Sehr elitär starteten wir dort mit einem Geldermann brut natur, es folgten Jahrgangssekte aus 2004 und 2008 weiß und rose. Mit unserem Vorwissen aus Wein- und Sekttouren der vergangenen Jahre war die Kellerführung fast ein Heimspiel. Schön, wenn man sich schon etwas auskennt. In dieser zum Rotkäppchen-Imperium gehörenden Sektkellerei werden die Sekte alle nach dem traditionellen Champagnerverfahren hergestellt.
Den Nachmittag nutzten wir zum Relaxen. Während einige ein Sonnenbad vorzogen, ließen sich Andere ein Eis schmecken oder besuchten den Wellnessbereich des Hotels. Pünktlich 19.00 Uhr trafen wir uns im Terrassenrestaurant des Hotels. Dieser Abend galt Weinen aus ökologischem und biodynamischem Anbau von der Wasenweiler Kreuzhalde. Zu Spargelterrine und Boeuf bouguignon gab es Weißburgunder und Spätburgunder. Unbeschreiblich die Ruländer Auslese zur Sorbet-Triologie, eine Herausforderung für jeden Weinkellner. Dem persönlichen Keller des Chefs des Hauses entlockten wir nun noch eine Spätburgunder Auslese trocken vom Bischoffinger Steinbruck Spezialcuvée. So etwas trinkt man nicht - man beißt ab ! Dazu viel Fachsimpelei mit Gästen und dem Chef. Es war ein wahrlich finaler Abend vor traumhafter Kulisse am Horizont.
Etwas wehmütig nahmen wir am Sonntag Abschied von diesem paradiesischen Ort. Ein spaßiger Zwischenstopp zum Technikmuseum Sinsheim, wo es für Einzelne ein unvorhergesehenes Kosmonautentraining gab und gegen Nachmittag fielen wir wieder in die Heimat ein.
Ich hoffe, die Fotos vermitteln ein wenig Neid und auch Lust, das nächste Mal mit dabei zu sein.
Mit vinophilen Grüßen






































